Kein Heimrennen nach Plan für Simon Reicher
13. Juni 2018 Zurück zur Artikelübersicht »

Der Red Bull Ring ist seine Heimat. Nur einen Steinwurf von seinen Großeltern entfernt, fand am vergangenen Wochenende vom 8. bis 10. Juni für Simon Reicher der dritte Meisterschaftslauf der ADAC TCR Germany statt. Da Heimrennen für einen Motorsportler immer etwas ganz Besonderes sind, hatte sich der 18-Jährige viel vorgenommen. „Ich komme unheimlich gerne zum Red Bull Ring. Schon als Kind habe ich mir mit meinem Papa zusammen die Nase am Zaun plattgedrückt. Nun selber hier fahren zu dürfen, ist eine ganz besondere Ehre für mich. Logischerweise möchte ich in meiner Heimat besonders gut abschneiden“, berichtet der Youngster.

Nachdem die TCR Teams, so auch Simon Reicher mit seinem YACO Racing Team, am Donnerstag bereits einige Testkilometer abspulen durften, zeigten sich alle Beteiligten sehr zuversichtlich. Allen Grund dazu gab es bereits im ersten freien Training am Freitagmorgen, als der blau-weiße Audi RS3 LMS mit der Startnummer 54 auf Platz drei der Anzeigetafel zu finden war. Keine so schlechte Ausgangssituation für den Schüler der 8. Klasse des Werkschulheims Felbertal. Zumindest machte sich Simon Reicher berechtigte Hoffnung auf ein für ihn gut verlaufendes Heimrennen. 

Doch das Zeittraining brachte den ersten Dämpfer. „Mit soviel Grip haben wir nicht gerechnet. Wir sind mit unseren Reifen am Asphalt fast kleben geblieben. An eine schnelle Runde war überhaupt nicht zu denken. Platz elf im ersten und zweiten Zeittraining war überhaupt nicht nach meinem Geschmack, zumal wir mit dem ersten freien Training noch am Morgen gezeigt haben, dass mit uns zu rechnen ist“, berichtet Simon Reicher sichtlich unglücklich mit dem Ausgang des Zeittrainings.

Nun muss man fairerweise berichten, dass die beiden Rennen am Samstag- und Sonntagmittag keine wirklich schlechten waren. Doch ein Rennfahrer analysiert das erfahrungsgemäß anders. Daher auch die etwas differenzierte Sichtweise des Wochenendes von Simon Reicher: „Das Heimrennen habe ich mir definitiv anderes vorgestellt. Wir haben bis jetzt immer die besten Rennen unserer Saison am Red Bull Ring gezeigt. Mit Platz zehn und elf waren es diesmal die schlechtesten Rennen der Saison. Wir sind mit den Bedingungen nicht gut zurechtgekommen. Zum letzten Rennen konnten wir das Problem abstellen sodass ich bis auf Platz sechs vorfahren konnte, doch leider setzte dann eines unser größten Probleme an diesem Wochenende wieder ein: Die Bremsen überhitzten. Und wenn du keine Bremse hast, musst du noch früher bremsen, kannst nicht auf Angriff fahren, sondern nur noch mitfahren und versuchen, dich nach hinten abzusichern“. Und auch nach einer Safety-Phase wurde es für den Youngster nicht besser. Nachdem er auf die Bremse trat und sich keinerlei Verzögerung an seinem Audi einstellte, kam er von der Strecke ab, hielt das Auto mit Mühe vom Kiesbett fern und verhinderte somit ein Ausscheiden. Dennoch nahmen fünf seiner Mitbewerber, die sich als kleine Gruppe hinter dem YACO-Audi bildete, die Chance wahr und überholten ihn. 

„Ausgerechnet an meinem Heimrennen bin ich in der Meisterschaft auf Platz neun zurückgefallen. Und auch wenn wir wieder viel dazugelernt haben, so müssen wir bis zum nächsten Rennen am Nürburgring unsere Möglichkeiten analysieren, weitere Test absolvieren und schauen, dass wir wieder auf Kurs kommen“, so der TCR Germany Pilot Simon Reicher.

Der Nürburgring steht vom 3. bis 5. August als viertes der insgesamt sieben Rennwochenenden auf der Agenda der ADAC TCR Germany. Dort will Simon Reicher mit seinem YACO Racing Team wieder an die alte Form anknüpfen und wertvolle Punkte in der Meisterschaft zurückgewinnen. 

 

profil

Der 21-jährige Simon Reicher ist im Motorsport kein Unbekannter. Seine Karriere begann im Alter von 8 Jahren. Klassisch – auf der Kartbahn. „Ich bin froh im Kartsport, der klassischen Schule des Motorsports, aufgewachsen zu sein.“ Und das mit Erfolg. 2014 gewann der das österreichische Motorsport Talent die 43. Trofeo delle Industrie im italienischen Lonato. 

Nach seiner aktiven Zeit im Kartsport wechselte er 2016 mit dem niederländischen Certainty Racing Team in den Renault Clio Cup Central Europe. Die ersten beiden Lehrjahre im Automobilsport waren vollbracht. Und so war es ein logischer Schritt in die nächst-höhere Motorsport Klasse zu wechseln. Mit seinem bis heute aktuellen YACO Racing Team absolvierte Simon Reicher 2018 in einem Audi RS 3 LMS eine erfolgreiche ADAC TCR Germany Saison. „Rückblickend habe ich viele positive und negative Erfahrungen machen dürfen. Keine Einzige möchte ich missen.“

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Chassis
Audi R8 LMS EVO
Aluminium
ADAC GT Masters
Gewicht 1.235 kg

Engine
Audi – V10 Zylinder – 5200 ccm
Maximale Leistung: 585 PS
Maximum Drehmoment: 550 Nm

Getriebe
Antrieb: Heckantrieb
Schaltung: 6 Gänge, sequenziell, Wippenschaltung

 

 

Performance
Beschleunigung: 0-100 km/h in 3.2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h

About
Die zweite Baureihe des Audi R8 LMS startet seit 2016 im ADAC GT Masters und erhielt für 2019 einen Evo-Kit, mit dem unter anderem die Aerodynamik und die Kühlung optimiert wurden. Der R8 ist in dieser Saison mit 13 Exemplaren erneut das meistvertretene Fahrzeug im Starterfeld.