Simon Reicher schaut zuversichtlich zum Nürburgring  
30. Juli 2018 Zurück zur Artikelübersicht »

„Es wird Zeit, dass die Sommerpause nun endlich zu Ende geht“ sagte der 18-jährige Simon Reicher aus Kirchberg und meinte damit die siebenwöchige Auszeit der ADAC TCR Germany. In die zweite Saisonhälfte geht es für den jungen Österreicher am kommenden Wochenende vom 3. bis 5. August auf dem 3.629 Meter langen Nürburgring. „Einem Rennfahrer kann man so einiges abverlangen. Nur eins nicht: Freizeit, in der keine Rennen stattfinden“, sagte Reicher lachend.

Dabei konnte der Youngster auf ein spannendes Ereignis in seiner Freizeit zurückblicken. Im Team Schubert Motorsport nahm er den ersten Kontakt mit einem GT3-Fahrzeug auf. Genauer gesagt mit einem 550 PS starken Honda NSX GT3. Ein Kontakt, der seine Weichen für die kommenden Jahre stellen soll. „Das war brutal. Ich war völlig hin und weg, als mir mein Vater den Vorschlag machte, die nächste Stufe im Motorsport zu zünden. Und ausgerechnet im wahren Motorsport. Denn solange ich denken kann, ist für mich der GT3-Motorsport der einzig wahre Motorsport. Die Autos sehen schön aus. Der Sound ist grandios und die Fans kommen bis an die Autos ran. Ich bin ein Riesen-Fan der GT3-Fahrzeuge und deren Serien, wie zum Beispiel die ADAC GT Masters und die unzähligen 24-Stunden-Rennen“, schwärmte der Schüler der 8. Klasse des Werkschulheims Felbertal.

Trotz allem Schwärmen, der 18-Jährige freut sich auch auf seinen Audi RS3 LMS mit 350 PS. „Die ADAC TCR Germany ist eine fantastische Serie, um in den GT Motorsport einzusteigen. Und so habe ich mit meinem Team YACO Racing auch noch einiges vor in diesem Jahr. Der Einstieg in die Saison verlief, sagen wir mal, etwas holprig. Nein. Ich habe leider gleich zu Beginn in Oschersleben einen blöden Anfängerfehler gemacht, so dass wir unser gestecktes Ziel zwar nicht gänzlich verloren haben, aber nun eine Schippe drauf legen müssen“, analysiert Simon Reicher seine Ausgangssituation für die kommenden Rennen.

Der Österreicher liegt noch immer auf einem aussichtsreichen Top-Ten -Platz, den es am Nürburgring zu verteidigen gilt. „Naja, ich möchte ich mich eigentlich nicht mit dem Absichern meines Platzes nach hinten beschäftigen. Es soll für mich und mein Team schon noch ein paar Plätze weiter nach vorne gehen. Daran haben wir in den letzten Wochen der Pause hart gearbeitet“, so der sympathische Youngster.

Simon Reicher geht als Neunter der Meisterschaft in das vierte der insgesamt sieben Rennen der Saison 2018. „Da ist noch alles offen. Nach dem Bergfest am Nürburgring wissen wir mehr, wo wir stehen. Ich bin da sehr zuversichtlich“, so seine Einschätzung. Die Rennen werden in gewohnter Qualität auf dem deutschen Sender Sport 1 als auch im Internet auf sport1.delive zu verfolgen sein. Simon Reichers erstes freie Training beginnt bereits am Freitagmorgen um 8.45 Uhr.

 

profil

Der 21-jährige Simon Reicher ist im Motorsport kein Unbekannter. Seine Karriere begann im Alter von 8 Jahren. Klassisch – auf der Kartbahn. „Ich bin froh im Kartsport, der klassischen Schule des Motorsports, aufgewachsen zu sein.“ Und das mit Erfolg. 2014 gewann der das österreichische Motorsport Talent die 43. Trofeo delle Industrie im italienischen Lonato. 

Nach seiner aktiven Zeit im Kartsport wechselte er 2016 mit dem niederländischen Certainty Racing Team in den Renault Clio Cup Central Europe. Die ersten beiden Lehrjahre im Automobilsport waren vollbracht. Und so war es ein logischer Schritt in die nächst-höhere Motorsport Klasse zu wechseln. Mit seinem bis heute aktuellen YACO Racing Team absolvierte Simon Reicher 2018 in einem Audi RS 3 LMS eine erfolgreiche ADAC TCR Germany Saison. „Rückblickend habe ich viele positive und negative Erfahrungen machen dürfen. Keine Einzige möchte ich missen.“

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Chassis
Audi R8 LMS EVO
Aluminium
ADAC GT Masters
Gewicht 1.235 kg

Engine
Audi – V10 Zylinder – 5200 ccm
Maximale Leistung: 585 PS
Maximum Drehmoment: 550 Nm

Getriebe
Antrieb: Heckantrieb
Schaltung: 6 Gänge, sequenziell, Wippenschaltung

 

 

Performance
Beschleunigung: 0-100 km/h in 3.2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h

About
Die zweite Baureihe des Audi R8 LMS startet seit 2016 im ADAC GT Masters und erhielt für 2019 einen Evo-Kit, mit dem unter anderem die Aerodynamik und die Kühlung optimiert wurden. Der R8 ist in dieser Saison mit 13 Exemplaren erneut das meistvertretene Fahrzeug im Starterfeld.