„In Most war jede Menge Pech im Spiel“
22. Mai 2019 Zurück zur Artikelübersicht »

So hatte sich Simon Reicher sein zweites ADAC GT Masters Rennen definitiv nicht vorgestellt. Eigentlich ging es im tschechischen Most gut los für den 19-Jährigen und seinen Teamkollegen von T3 Motorsport, Maximilian Paul – mit einem sechsten Platz im Regentraining am Donnerstag. „Das war wirklich top, der Audi lag perfekt – zumal es auch noch sehr stark geregnet hatte“, blickt der Österreicher zurück. 

Doch dann lief einiges suboptimal. „Wir sind ein sehr junges Team und machen leider noch kleine Flüchtigkeitsfehler. Da möchte ich mich nicht ausschließen. Trotzdem habe ich versucht, mein Bestes zu geben“, offenbart das T3 Motorsport-Talent. Am Samstag reichte es zunächst für einen 20. Platz im Qualifying. „Im ersten Lauf waren wir eigentlich auf einem guten Weg und hatten die Top 15 im Blick. Doch dann bekamen wir eine Durchfahrts-Strafe, weil wir ein Zehntel zu schnell waren in der Box. Anstatt die Minimalzeit von 70 Sekunden – zwischen Einfahrt und Ausfahrt aus der Boxengasse – waren es halt nur 69,9 Sekunden. Dadurch sind wir zwischenzeitlich auf den letzten Platz zurückgefallen“, berichtet der Neuntklässler des Werkschulheims Felbertal sichtlich enttäuscht. Letztlich konnte Simon immerhin noch drei Plätze gutmachen. 

Beim zweiten Rennen am Sonntag war noch mehr der Wurm drin und die Jungs gingen als 29. ins Rennen. „Beim Start sind wir gut losgekommen und es hatte alles gut gepasst. Doch dann fuhr mir leider ein anderer Pilot hinten auf. Dadurch bin ich von der Strecke abgekommen und habe dabei ein Styropor-Schild mitgenommen“, schildert der T3 Motorsport-Pilot den unglücklichen Vorfall, der letztlich zum vorzeitigen Beenden des Rennens führte. Die Tafel hatte nämlich seinen Kühler so sehr verstopft, dass die Öltemperatur in ungesunde Bereiche anstieg und Simon das Auto abstellen musste. 

„Klar, das ist schon frustrierend, weil da einfach jede Menge Pech im Spiel war. Ich versuche, meinen Kopf nicht hängen zu lassen und das nächste Rennen wieder mit voller Konzentration anzugehen“, äußert sich der 19-Jährige kämpferisch. Bis dahin hat der Kirchberger allerdings noch ein wenig Zeit, um zu verschnaufen. Das nächste Rennwochenende findet nämlich erst vom 7. bis 9. Juni in am Red Bull Ring im österreichischen Spielberg statt – vor seinen Landsleuten!

Sein persönliches Highlight war dann allerdings die Nachricht, dass sich das Büffeln der letzten Wochen und Monate ausgezahlt hat. „Als die Nachricht kam, ich hätte meine schriftliche Matura bestanden, hätte ich heulen können vor Freude. Da muss ich ein Riesen Dankeschön an meine Freundin Natalie los werden. Sie hat sich all die Stunden mit mir um die Ohren geschlagen. Als nächstes steht noch die mündliche Prüfung an und dann hat auch für mich der Motorsport erst einmal die absolute Priorität“, zeigte sich der junge Österreicher sichtlich bewegt.  

 

profil

Der 24-jährige Simon Reicher ist im Motorsport kein Unbekannter. Seine Karriere begann im Alter von 8 Jahren. Klassisch – auf der Kartbahn. „Ich bin froh im Kartsport, der klassischen Schule des Motorsports, aufgewachsen zu sein.“ Und das mit Erfolg. 2014 gewann das österreichische Motorsport Talent die 43. Trofeo delle Industrie im italienischen Lonato.

Nach seiner aktiven Zeit im Kartsport wechselte der Österreicher 2016 in den Automobil Rennsport. Dort gab er 2016 und 2017 sein Debüt mit dem niederländischen Certainty Racing Team in dem Renault Clio Cup Central Europe und in der TCR Germany. 2018 präsentierte sich er mit dem renommierten YACO Racing Team im Cockpit eines Audi RS 3 LMS bei den ADAC TCR Germany.

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